Putzzeug richtig reinigen

von Lorella Joschko April 29, 2019

Putzzeug richtig reinigen

Neben Sattel und Trense, die fast täglich zum Einsatz kommen und meist auch ordentlich gereinigt werden, ist gerade auch das Putzzeug das alltägliche Handwerkszeug eines Pferdehalters. Mit dem Putzzeug wird das Pferd gesäubert, von Dreck und Schmutz befreit und massiert, aber jetzt mal Hand aufs Herz: wie oft macht man das Putzzeug eigentlich sauber? Wir geben euch hier die besten Tipps und Tricks, um euer Putzzeug vernünftig zu reinigen. 

Das Putzzeug – eine bunte Auswahl

Die Wahl des Putzzeugs ist letztlich Geschmackssache. Einige Utensilien gehören aber fast immer zum festen Bestandteil.

 

- Der Hufkratzer

Mit dem Hufkratzer entfernt man den Dreck aus den Strahlfurchen und bürstet das Horn ab. Da Pferde mit allen Beinen fest im Leben und somit auch fest im Mist und Dreck stehen, ist der Hufkratzer wohl der Gegenstand, der mit den meisten Bakterien in Berührung kommt. Dennoch wird er zusammen mit den übrigen Bürsten, mit denen man unter anderem den Kopf des Pferdes säubert, aufbewahrt.

- Der Striegel

Ob aus Gummi, aus Metall oder aus Plastik – mit dem Striegel entfernt und lockert man den groben Schmutz im Fell und nutzt ihn gleichzeitig zum Ausstreichen der Bürsten. Auf Grund des Materials sind Striegel im Prinzip sehr leicht zu reinigen

- Die Bürsten

Ohne jetzt die einzelnen Bürstenvarianten aufzuzählen, haben alle Bürsten doch eines gemeinsam: die Borsten. Damit kann man den Schmutz und den Staub nicht nur gut aus dem Fell bürsten, mindestens ebenso gut bleibt dieser Schmutz auch in den Borsten hängen. Das Ausstreichen mit dem Striegel entfernt zwar den gröbsten Schmutz, aber Haare und Talg bleiben dennoch hängen. Aus hygienischer Sicht empfiehlt es sich deshalb auch lieber zu viele, als zu wenige Bürsten zu haben und zu nutzen. So sollten zumindest jeweils eine Bürste separat für den Kopf, eine für die Beine und am besten zwei für den übrigen Körper verwendet werden.

- Der Kamm

Ob Kamm oder Haarbürste kommt ganz auf die Mähne unserer Vierbeiner an. Der klassische Sportschnitt lässt sich am besten mit einem schlichten Kamm bändigen, während ein voller und langer Schweif lieber mit der Bürste gepflegt werden sollte. Auf Grund des Materials sind Bürsten und Kämme ebenso leicht zu reinigen, wie Striegel.

- Der Schwamm

Schwämme werden meist zur Reinigung des Intimbereichs, der Nüstern und der Augen verwendet. Aus diesem Grund bitte unbedingt (!!!) mehrere Schwämme benutzen und gut kennzeichnen, damit diese jeweils immer nur für die gleiche Körperregion verwendet werden. Während das Putzzeug nicht nach jeder Benutzung gereinigt werden muss, ist das bei Schwämmen unerlässlich.

- Der Putz- bzw. Fellhandschuh

Der Fellhandschuh wird im Normalfall für den „Feinschliff“ nach dem Putzen verwendet. Er nimmt den letzten Staub aus dem Fell und verleiht ihm einen seidigen Glanz. Aber auch das plüschigste Fell wird irgendwann stumpf und talgig und muss gewaschen werden.

Die Reinigung des Putzzeuges

Wie oben bereits beschrieben, lassen sich einige Putzgegenstände, wie Striegel oder Haarbürste, recht leicht mit warmem Wasser und einer Bürste säubern. Bei Kardätschen und Wurzelbürsten gestaltet sich die Reinigung leider nicht ganz so unkompliziert. Je nach Angabe des Herstellers können bestimmte Bürsten in der Waschmaschine gewaschen werden. Erstens ist das leider ziemlich laut und zweitens leiden die meisten Bürsten darunter. Gerade Bürsten aus Holz oder mit Naturborsten brauchen spezielle Pflege. Am besten eignet sich das Waschen mit der Hand. Dafür werden die Bürsten zunächst mit einem Striegel und per Hand von Haaren und Schmutz befreit. Anschließend befüllt ihr einen Eimer mit warmem Wasser und gebt etwas Shampoo hinzu. Shampoo ist leider unerlässlich, da sich der Talg – also das Hautfett des Pferdes – sonst nicht aus den Borsten löst. Bürsten mit Holzgriff sollten möglichst nicht komplett ins Wasser getaucht werden, da das Holz dadurch brüchig werden kann. Anschließend lasst ihr die Bürsten gut trocknen und sortiert sie sinnvoll wieder in die Putzkiste ein.

Schwämme werden nach jeder Benutzung ordentlich ausgewaschen, getrocknet und verstaut. Am besten eignen sich hierfür verschieden farbige Schwämme, damit man auf Anhieb weiß, welcher Schwamm für welche Körperregion verwendet wird. Ansonsten kann auch auf Feuchttücher zurückgegriffen werden, die natürlich nach jeder Verwendung entsorgt werden.

Putz- oder Fellhandschuhe sollten in regelmäßigen Abständen nach Angaben des Herstellers in der Waschmaschine gewaschen werden. Hierfür bitte gerade für Fellhandschuhe entsprechendes Waschmittel benutzen.

  

 

Sortierung des Putzzeugs

Das Putzzeug bitte niemals komplett zusammen aufbewahren, sondern nach Körperregionen sortieren. So sollten die Bürsten für den Kopf, für das Fell und die Beine und für die Hufe getrennt voneinander aufbewahrt werden. Die meisten Putzkisten gibt es mit integrierten Trennwänden, die die Sortierung leichter gestalten. Der Hufkratzer wird am besten vor der Box aufgehängt. Auch die Schwämme für Augen, Nüstern und Intimbereich sollten gesondert und unabhängig voneinander aufbewahrt werden.  

 

Was tun bei Hauterkrankungen?

Hat das Pferd eine Hauterkrankung im Sinne von Milben, Haarlingen oder Pilz sollte das Putzzeug bereits nach der ersten Behandlung des Pferdes ordentlich gereinigt werden. Am besten verwendet man zum Waschen das gleiche Mittel, mit dem auch das Pferd behandelt wird. So kann man sich sicher sein, dass sich nicht noch lebende Haarlinge, Milben oder Pilzsporen in den Borsten des Putzzeuges verfangen haben. Sonst bringt nämlich die Behandlung des Pferdes reichlich wenig. Je nach Stärke des Befalls empfiehlt es sich, die Bürsten mit speziellem Desinfektionsmittel in der Waschmaschine zu waschen. Ansonsten eignet sich so eine Erkrankung bestens als Begründung, um sich neues Putzzeug zuzulegen. Nach Hauterkrankungen bitte auch an das Reinigen der Putzkiste oder der Putztasche denken. Auch hier kann und sollte mit Desinfektionsmittel gearbeitet werden.

Die richtige Aufbewahrung 

Auch das Putzzeug muss vernünftig aufbewahrt werden. Am besten eignet sich hier eine stabile Putzkiste. Diese schützt das Putzzeug vor Regen und Nässe, hält Ordnung, lässt sich besser transportieren und je nach Material und Stabilität auch als Aufstiegshilfe benutzen.  Während oben bereits die richtige Reinigung des Putzzeuges beschrieben wurde, ist es natürlich unerlässlich, dass auch die Putzkiste an sich sauber gemacht wird. Ein großer Anteil an Staub und Dreck fallen beim Transportieren, hineinlegen und herausnehmen aus den Bürsten und sammelt sich in der Putzkiste – ebenso wie zahlreiche Bakterien. Von außen kann die Putzkiste leicht mit einem feuchten Lappen abgewischt werden. Bevor der Innenteil gesäubert wird, sollten die Trennwände entfernt und der grobe Schmutz ausgeschüttelt werden. Anschließend kann man mit einer Bürste die übrigen Haare ausbürsten und auskippen. Je nach Material kann die Kiste auch von Innen mit Wasser gereinigt werden. Im Anschluss offen stehen lassen, damit alles gut abtrocknen kann. Zum Schluss einfach etwas Desinfektionsspray hinein sprühen (vor allem nach einer Hauterkrankung des Pferdes) und wieder einräumen.

 

Lorella Joschko
Lorella Joschko

Beigleitet mich und meine zwei Pferde durch die skurrile Welt der Reiter: Der neuste Klatsch und Trasch, Beiträge rund um unser Training, die Pflege und den ganz normalen Reiterwahnsinn. Wer wir sind? Ich bin Lorella, 24 Jahre jung, Pferdenärrin, Studentin und Schreibverrückte, Alin ist meine immer saubere, immer hungrige Hafistute und mein Schimmelchen Sunny ihr komplettes Gegenteil: Immer dreckig und immer ein bisschen verrückt.


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